Wird Corona durch Bargeld übertragen?

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Mark Witchi, Leiter der Sektion Impfempfehlung und Bekämpfungsmaßnahmen im Schweizer Bundesamt für Gesundheit, warnt vor Corona-Infizierung über kontaminierte Banknoten. Behauptung: "Viren auf Banknoten können eine Gefahr darstellen, wenn man sich nach dem Anfassen nicht die Hände wäscht und ins Gesicht greift", sagte er der "Wirtschaftswoche". Influenzaviren könnten beispielsweise bis zu 17 Tage auf Banknoten überleben, hätten seine Untersuchungen ergeben. 

"Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen", sagte dazu der Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité. Er sagt, dass die Abläufe nicht abschließend erforscht seien. Aber "wahrscheinlich ist das so, dass diese Viren einfach schwerpunktmäßig mehr über Tröpfcheninfektion übertragen werden, weil sie eben eingeatmet werden müssen".

Günter Kampf, Hygienefacharzt aus Greifswald, sieht zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, im Umfeld von infizierten Menschen Viren zu finden - etwa auf der Kleidung, auf Brillen und auch Geldscheinen. "Ob das Material noch infektiös ist, weiß man nicht. Ob die Menge ausreicht, um über die Hände auf die Nasenschleimhaut übertragen zu werden und eine Infektion auszulösen, weiß man nicht", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Laut Europäischer Zentralbank EZB gibt es aktuell keine Belege für eine Übertragung von Corona über Bargeld.

Bewertung: Die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, ist nach Einschätzung von Experten insofern sehr gering. 

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